Arbeitskreis Handwerk Düsseldorf / Neuss

 

 

 

Glückwunsch an unsern lieben Kollegen.

 

Einsatz muss belohnt werden!

Aus der Presse:

 

Am Tag des Ehrenamtes: Bundesverdienstkreuz für Wehwalt Masson

Oberbürgermeister Norbert Bude hat heute (5. Dezember) am Tag des Ehrenamtes das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande an Wehwalt Maßon übergeben und zwei weitere Mönchengladbacher Bürger, für langjährige ehrenamtliche Arbeit mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Auch die Vertreter der Ratsfraktionen überbrachten Glückwünsche und Dankesworte.

„Heute ist ein besonderer Tag. Nicht nur für die Personen, die wir heute hier im Ratsaal feiern, sonder für alle Menschen, die sich freiwillig engagieren. Der 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamtes. Eigeninitiative hat eine enorme integrative Kraft und stärkt den Zusammenhalt der Menschen, die in Mönchengladbach leben. Bürgerschaftliches Engagement mit seinen unterschiedlichen Formen war und ist ein wichtiger Impuls für die gesellschaftliche Entwicklung. Freiwilliger Einsatz darf jedoch nicht dazu dienen, notwendige hauptamtliche und bezahlte Arbeit zu ersetzen. Es geht nur gemeinsam: Immer dann, wenn Bürgerinnen und Bürger und öffentliche Hand sich auf kluge Art und Weise ergänzen, sind wir auf einem guten Weg“, betonte OB Norbert Bude bei der Feierstunde im Rathaus Abtei, der in seinen Dank an die zu Ehrenden auch die Partner und Familien einschloss, ohne deren Rückhalt und Verständnis es nicht möglich sei, sich für eine gute Sache zu engagieren.

Bundesverdienstkreuz für Wehwalt Maßon

Im Anschluss übergab Bude das Verdienstkreuz am Bande an Wehwalt Maßon. Der 68-jährige hat über Jahrzehnte ehrenamtlich gearbeitet, zum Beispiel in der IG Metall, in der Kreishandwerkerschaft, bei der Handwerkskammer, als ehrenamtlicher im Kreisgesellenausschuss der Handwerkskammer, als ehrenamtlicher Richter und als sachkundiger Bürger in der Kommunalpolitik.

So war Maßon von 1980 bis 2010 Vertrauensmann der IG Metall, seit 1980 ist er ehrenamtlich im dortigen Handwerksausschuss aktiv. Seit 1996 ist er außerdem Mitglied der Delegiertenversammlung und vertritt dort insbesondere die Belange von Handwerkern und Seniorinnen und Senioren der IG Metall. Seit 2012 ist Maßon Leitungsmitglied des Seniorenausschusses. Mitte der 1970er wurde er Mitglied des Kreisgesellenausschusses in Mönchengladbach. 1994 wurde er zum Kreisgesellenwart gewählt. Bis 1997 wirkte er insgesamt zwei Jahrzehnte als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Mönchengladbacher Kreisgesellenausschusses.

Von 1979 bis 1991 war Maßon für die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach stellvertretender Gesellenbeisitzer im Prüfungsausschuss für das Kraftfahrzeugmechaniker-Handwerk. Als Mitglied des Gesellenprüfungsausschusses der Innung des Kraftfahrzeughandwerks in Düsseldorf sorgte er von 1992 bis 2007 unter anderem dafür, den hohen Standard der handwerklichen Berufsausbildung zum Kfz-Mechatroniker aufrechtzuerhalten. Von 1986 bis 2011 war Maßon außerdem Mitglied der Hauptversammlung der Innungs-Krankenkasse.

Von 2001 bis 2006 gehörte Wehwalt Maßon als stellvertretendes Mitglied des Berufsbildungsausschusses der Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf an und befasste sich intensiv mit grundsätzlichen Fragen der handwerklichen Berufsausbildung, seit 2001 ist er kooptiertes Mitglied des Vorstandes. Bis heute ist Maßon auch Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf. Seit 1995 war Maßon zunächst ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht Düsseldorf, seit 2000 ist er am Landesarbeitsgericht in Düsseldorf tätig. Außerdem war er von 1978 bis 1982 für die FDP sachkundiger Bürger des Ausschusses für Berufsbildende Schulen. Neben diesen Tätigkeiten setzt sich Wehwalt Maßon sensibel für die Aufklärung nationalsozialistischen Unrechts ein. Mehr als 30 Jahre lang regte er Vortragsveranstaltungen über die Nazi-Zeit an und leistete bei der Organisation und der Durchführung wichtige Hilfe, etwa bei der 1983 in der VHS gezeigten Ausstellung „Nationalsozialismus im Raume Mönchengladbach“.

 

 

 

Wehwalt Masson im Interview

Ehrenamt im Handwerk

Gespräch mit Wehwalt Masson über seine Erfahrungen im Ehrenamt für das Handwerk

Jahrgang 1945, gelernter Kfz-Mechaniker mit vielen Erfahrungen im Ehrenamt vom Schülersprecher der Berufsbildenden Schulen über Prüfungs- und Gesellenausschüsse und Kommunalpolitik bis zum Mitglied im Vorstand der Handwerkskammer Düsseldorf

Herr Masson, was heißt das: ehrenamtlich arbeiten?

Ich gebe ein Beispiel: Die Handwerkskammer ist eine Selbstverwaltungseinrichtung. Das Wort sagt schon, hier kümmern Menschen sich um ihre eigenen Angelegenheiten. Das geht nur, wenn man sich neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit zusätzlich engagiert und Verantwortung übernimmt. Das ist es im Kern, wenn man ein Ehrenamt im Handwerk übernimmt.

Was heißt das konkret?

Bis zu meiner Mitgliedschaft im Vorstand der Handwerkskammer Düsseldorf habe ich im Laufe vieler Jahre ganz unterschiedliche Aufgaben übernommen. Begonnen hat mein ehrenamtliches Engagement aber ganz typisch: Mit der Arbeit in dem Gesellenausschuss vor Ort und dann auch im Prüfungsausschuss, der die Gesellenprüfungen abnimmt. Das Prüfungswesen ist nämlich ganz besonders vom Ehrenamt abhängig. Ohne Ehrenamtler könnte die duale berufliche Ausbildung in Deutschland ganz sicher nicht funktionieren.

Außerdem war ich unter anderem ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht. Und Mitglied im Fachausschuss der Volkswagen AG, die hier Mitarbeiter der Fachwerkstatt mit Vertretern des Automobilkonzerns zusammenführt, um Eindrücke aus der praktischen Arbeit mit den Kunden zu gewinnen.

Wie findet man den Einstieg in ehrenamtliche Funktionen?

Das ist gar nicht schwer. Wichtig ist, dass man Interesse zeigt und zu Veranstaltungen etwa der Gewerkschaften, der Gesellen vor Ort oder auch des Kolpingwerkes geht. Ich selbst bin nach meiner Ausbildung Mitglied der IG Metall geworden. Alle freuen sich über neue Gesichter und Menschen, die Interesse an der Sache zeigen. Wer erst mal dabei ist, für den findet sich auch eine passende Aufgabe.

Dabei sollte man eines wissen: Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren sind nicht unbedingt schlauer als andere. Aber man lernt mit dieser Arbeit sehr viel für sich selbst. Um es ganz einfach zu sagen: Der Prüfungsausschuss war für mich eine wichtige Schule für die Politik.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Der wahre Grund für mein ehrenamtliches Engagement ist: Die berufliche Arbeit allein hat mir nicht gereicht. Ich wollte mehr wissen. Und auch meine Meinung sagen. Armlehnenpolitik war nie meine Sache. Außerdem hat mir die Arbeit mit jungen Menschen immer viel Freude bereitet. Da war die Mitarbeit im Prüfungsausschuss als Einstieg genau das Richtige.

Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, sicher. Ich hatte nie die Erwartung, mit meinem Engagement die ganze Welt zu verändern. Aber zum einen bin ich durch meine Tätigkeit im Ehrenamt besser informiert. Und ich kann Verantwortung übernehmen und damit vielfach auch Menschen wirklich helfen. Ich denke etwa an Streitigkeiten zwischen Lehrherren und Lehrling, die ich schlichten konnte. Da haben alle profitiert. Das bietet einem schon eine große persönliche Befriedigung, zumal man sich ja immer sagen kann: Das mache ich freiwillig. Da macht mir kein Chef Vorschriften.

Es gibt doch sicher auch negative Erfahrungen?

Auch die gibt es natürlich. Kollegen, die schon mal etwas missgünstig sind, wenn man besser Bescheid weiß als sie. Das kenne ich. Aber man kann solche Vorbehalte im offenen Gespräch miteinander gut ausräumen. Oder Chefs, die kein ausreichendes Gespür mehr für die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit im Handwerk haben, kenne ich auch. Sie machen es den Mitarbeitern, die sich engagieren wollen, nicht immer leicht. Auf’s Ganze gesehen überwiegen die positiven Erfahrungen aber bei Weitem:  Die Anerkennung und den menschlichen Rückhalt, die ich in der ehrenamtlichen Arbeit gefunden habe, hätte ich sonst so sicher nicht bekommen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Mehr junge Menschen, die so wie ich neugierig sind, Interesse an ihrem Umfeld haben, auch mal einen Konflikt durchstehen wollen und die sich für ehrenamtliche Arbeiten begeistern: Als Prüfer, als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht, in der Vollversammlung der Handwerkskammer. Wir dürfen nicht vergessen: Ohne Ehrenamt gibt es letztlich kein Handwerk. Mein größter Wunsch ist, dass alle im Handwerk – Arbeitgeber und Gesellen – das nicht vergessen und sich deshalb Zeit und Kraft für das Engagement neben dem Beruf reservieren.

Arbeitgeber können und sollten stolz sein auf ihre Mitarbeiter, die neben ihrem Beruf noch ehrenamtlich für das Handwerk tätig sind. Davon profitieren alle. Am meisten aber sicher die, die sich engagieren.

Haben sie abschließend noch einen Tipp für junge Menschen?

Ich will nicht belehrend sein. Mein Rat für junge Menschen ist nur: Bleiben Sie neugierig.

Ehrenamtliches Engagement im Handwerk beginnt ganz oft mit der Arbeit in einem Prüfungsausschuss als Vertreter der Gesellen- oder der Meisterseite.

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